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Aktuelles im Programm Nukleare Entsorgung und Sicherheit

Dosimetrie - Überwachung und Schutz vor ionisierender Strahlung für Mensch und Umwelt

Den verschiedenen Aspekten der Dosimetrie (Bewertung von Strahlenexpositionen), von Umweltmessungen über Personenmessungen bis hin zur Kontrolle bei medizinischer Anwendung, widmeten sich die über 300 Teilnehmer und 10 Aussteller der 16. Jahrestagung von EURADOS (European Radiation Dosimtery Group, www.eurados.org), die vom 27. Februar bis 2. März 2017 erstmalig am KIT stattfand.

Das Ziel der Forschung im Bereich Dosimetrie ist ein profundes Verständnis des Einflusses sowie eine objektive Bewertung der Strahlenexposition, d.h. der Einwirkung von ionisierender Strahlung auf den menschlichen Körper. Sowohl für Strahlung natürlichen als auch zivilisatorischen Ursprungs sollen die damit verbundenen Risiken ermittelt werden um geeignete Strahlenschutzmaßnahmen treffen und bewerten zu können. Für die Durchführung eines erfolgreichen Strahlenschutzes ist das Zusammenspiel vieler verschiedener natur- und ingenieurswissenschaftlicher Disziplinen wie z.B. Physik, Biologie, Medizin und Elektrotechnik notwendig. So müssen für die Entwicklung einer geeigneten und verbesserten Messtechnik für ionisierende Strahlung (Elektrotechnik) grundlegende Aspekte der Strahlenwechselwirkung (Physik) und für die sinnvolle Interpretation der Messergebnisse ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus bzw. Umweltsysteme bekannt sein (Biologie/Medizin). Dementsprechend kamen die Teilnehmer/innen der Jahrestagung aus verschiedenen Fachrichtungen. Die Tagung ist als gemeinsame Sitzungen der Arbeitsgruppen von EURADOS organisiert. Die über 300 Teilnehmer nutzten rege den interdisziplinären Austausch in den unterschiedlichen Sitzungen zu Themen wie Harmonisation of Individual Monitoring, Environmental Dosimetry, Dosimetry in Radiotherapy usw.

Ein wichtiges Werkzeug in der Dosimetrie ist auf Grund eingeschränkter Messmöglichkeiten direkt im Körper die computerbasierte Simulation und Modellierung, womit sich eine der Arbeitsgruppen beschäftigt. In ihrer Sitzung wurden Simulationsmethoden auf verschiedenen Skalen (Makro-Skala = Menschenmodell, Mikro-Skala = Zellmodell, Nano-Skala = Bio-Moleküle) und deren Anwendungen diskutiert. Weitere Arbeitsgruppentreffen beschäftigten sich mit Themen wie Dosimetrie nach Inkorporation radioaktiver Stoffe oder Dosisbeiträge (für Patient und Personal) in medizinischen Anwendungen ionisierender Strahlung. Ein Treffen mit Teilnehmern aus mehreren Arbeitsgruppen widmete sich der Dosimetrie für das natürlich vorkommende radioaktive Edelgas Radon, welches auch in der aktuell erfolgenden Überarbeitung der Strahlenschutzgesetzgebung eine immer größere Rolle spielt. Eine weitere Arbeitsgrupp in EURADOS organisiert Ringvergleiche für Dosismessstellen. Für die Teilnehmer der letzten Ringvergleiche wurde erstmals ein gut besuchtes eintägiges „Learning Network“ angeboten, in dem neben den Ergebnissen der Ringvergleiche weitere für die Praxis der Messstellen relevante Themen diskutiert wurden.

Ein highlight war auch die Verleihung des EURADOS Award, der seit 2014 an Nachwuchswissenschaftler/innen vergeben wird. Hierfür sind Forschungsarbeiten relevant, die sich Themen aus der strategischen EURADOS Forschungsagenda widmen. Dieses Jahr gingen die Preise an Estelle Davesne (IRSN/Frankreich) für eine Arbeit aus dem Bereich der ‚Internen Dosimetrie‘ und Maurizio Marrale (Universität Palermo/Italien), dessen Beitrag zur ‚Retrospektiven Dosimetrie‘ gewürdigt wurde.

Zum Abschluss der Veranstaltung fand die ganztägige Winter School „Internal dosimetry for radiation protection and medicine“ statt. Von Experten wurden die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Dosimetrie nach Inkorporation radioaktiver Stoffe präsentiert. Dabei wurden sowohl der berufliche Strahlenschutz als auch die medizinischen Anwendungen offener Radionuklide betrachtet. Die Standardisierung der Methoden wurde ebenso vorgestellt wie die speziellen Herausforderungen, die sich für Dosimetrie in Notfallszenarien oder für epidemiologische Studien ergeben. Abschließend wurde mit den Referenten und Teilnehmern die Weiterentwicklung der strategischen Forschungsagenda von EURADOS diskutiert. Eine Zusammenfassung der Themen soll in einem Übersichtsartikel in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden.

Die Rückmeldungen der Tagungsteilnehmer und des EURADOS Councils, welches ebenfalls am KIT tagte, sowohl zu den wissenschaftlichen Inhalten als auch zur Organisation, waren sehr positiv.

 

KIT bei EURATOM-Projektanträgen erfolgreich (23.02.2017)

Ungeachtet des deutschen Ausstiegs aus der Kernenergie ist auf europäischer Ebene die Expertise der KIT-Wissenschaftler und -Wissenschaftlerinnen zur Sicherheit der nuklearen Entsorgung, Sicherheit von Kernreaktoren, Strahlenschutz und Rückbautechniken nach wie vor gefragt. Dies zeigen die kürzlich von der EU bekanntgegebenen Evaluierungsergebnisse der im EURATOM Call 2016/2017 eingereichten Projektanträge. Die am Programm Nukleare Entsorgung, Sicherheit und Strahlenforschung (NUSAFE) beteiligten Institute waren zusammen mit Partnern aus ganz Europa an 16 eingereichten Projektanträgen beteiligt, die fast ausnahmslos positiv evaluiert wurden. Davon werden acht Projektanträge mit rund 3,5 Mio. Euro von der EU gefördert werden. Besonders hervorzuheben ist der Projektantrag McSAFE, der von KIT koordiniert wird. Es geht dabei um die Weiterentwicklung von Hochleistungs-Monte Carlo-Methoden für Sicherheitsanalysen. Ebenfalls von KIT koordiniert wird das Projekt CONFIDENCE, das in einem separaten Call positiv evaluiert und bewilligt wurde und bereits kürzlich gestartet ist. Hier wird untersucht, wie das Notfallschutzmanagement weiter verbessert werden kann.

 

KIT-Wissenschaftler für Vorlesungen nach Korea eingeladen.

Dr. Martin Steinbrück vom Institut für Angewandte Materialien - Angewandte Werkstoffphysik (IAM-AWP) hielt am 2. und 3. November 2016 an der Handong Global University (HGU) in Pohang / Korea zwei Tage Vorlesungen zu materialwissenschaftlichen Fragen im Bereich der nuklearen Sicherheit. Konkret ging es um das Verhalten von Hüllrohren und Kontrollstäben bei schweren Unfällen.  Diese Fragestellungen werden am KIT im Rahmen des HGF-Programms Nukleare Entsorgung, Sicherheit und Strahlenforschung (NUSAFE) bearbeitet. Die Vorlesungen an der HGU wurden von rund 60 Zuhörern von 12 koreanischen Institutionen und Firmen interessiert aufgenommen. Weitere Vorlesungen und Diskussionen im Rahmen einer einwöchigen eingeladenen Korea-Reise fanden u.a. bei KAIST, UNIST und KEPCO Nuclear Fuel statt.

 

 

22nd International QUENCH Workshop (18.-20.10.2016, KIT, FTU)

Nun schon zum 22. Mal haben sich in Karlsruhe Wissenschaftler aus aller Welt getroffen, um aktuelle Ergebnisse des KIT Vorhabens QUENCH im HGF-Programm Nukleare Entsorgung, Sicherheit und Strahlenforschung (NUSAFE) präsentiert zu bekommen und zu diskutieren, wie ein nuklearer Störfall frühzeitig durch Fluten („Quenchen“) beendet werden kann.  Mit einer Beteiligung von knapp 70 Teilnehmern aus 13 Ländern war das Interesse an der Veranstaltung wieder sehr groß. Die Organisatoren um Dr. Martin Steinbrück vom Institut für Angewandte Materialien (IAM-AWP) konnten mit 28 angemeldeten Beiträgen ein vielseitiges und interessantes Programm anbieten. Themen waren u.a. die vom VGB unterstützten QUENCH-LOCA Experimente am KIT, unfalltolerante Kernmaterialien und das Verhalten von Zirkoniumhüllrohren bei Lufteinbruch. QUENCH-Daten werden weltweit zur Validierung von Computercodes zur Simulation von nuklearen Störfällen verwendet; aktuelle Ergebnisse zur Codevalidierung und Modellentwicklung wurden deshalb in zwei speziellen Sessions vorgestellt.

 

 

 

Internationales Projekttreffen SESAME – MAXSIMA - MYRTE

Vom 17.10.2016 bis 21.10.2016 fand das kombinierte Projekttreffen gleich dreier Projekte der EU-Rahmenprogramme FP7 und Horizon2020 am Campus Nord des KIT statt.
Dr. Walter Tromm, Programmsprecher des Programms  Nukleare Entsorgung, Sicherheit und Strahlenforschung (NUSAFE) und Organisator Dr. Abdalla Batta vom Institut für Kern- und Energietechnik (IKET) begrüßten am Montag 75 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von über 25 internationalen Projektpartnern aus ganz Europa und den USA.
In den folgenden Tagen wurden in den drei EU-Projekten SESAME (Thermal hydraulics Simulations and Experiments for the Safety Assessment of MEtal cooled reactors), MAXSIMA (Methodology, Analysis and eXperiments for the Safety In MYRRHA Assessment) und MYRTE (MYRRHA Research and Transmutation Endeavour) die neuesten Forschungsergebnisse in den Bereichen Thermohydraulik, Materialforschung und Reaktorsicherheit vorgestellt und diskutiert. Die Veranstaltung wurde begleitet von einem Besuch der Versuchsanlagen KASOLA am Institut für Neutronenphysik und Reaktortechnik (INR) und dem Karlsruher Flüssigmetalllabor KALLA am IKET.

 

 

News zu neuem Cluster „Rückbau kerntechnischer Anlagen“

 

The Frédéric Joliot / Otto Hahn Summer School
on Nuclear Reactors, Physics, Fuels and Systems

 

Methan Cracking